VAMV NRW

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Coronavirus – alle Informationen und Dokumente auf einem Blick

Das Coronavirus wirbelt auch in der Kindertagespflege alle alltäglichen Routinen und Arbeitsabläufe durcheinander. Hier haben wir alle wichtigen Informationen und Dokumente zusammengestellt, die Kindertagespflegepersonen benötigen:

26.06.2020 ++ Brief des NRW-Familienministers ++ Mustertext Erklärung zur Symptomfreiheit ++ Wiederaufnahme von Kindern nach Krankheitssymptomen ++

 

09.06.2020 ++ Aktualisierte FAQ zum eingeschränkten Regelbetrieb ++

Das NRW-Familienministerium hat aktualisierten FAQs herausgegeben. Wir haben einige relevante Punkte herausgegriffen:

Kann der Betreuungsumfang in der Kindertagespflege niedriger sein, als im Betreuungsvertrag vereinbart?

Soweit die Gesamtsituation vor Ort dies erfordert, kann in Abstimmung mit der Fachberatungsstelle eine anteilige Reduzierung der Betreuungsumfänge erfolgen. Entscheidend ist, dass allen Kindern eine Betreuung ggf. auch in einem eingeschränkten Umfang ermöglicht wird. Engpässe bei der familiären Kinderbetreuungssituation der Kindertagespflegeperson als Elternteil rechtfertigen in der Regel keine Reduzierung der Betreuungsumfänge bei den Tageskindern.

Dürfen Kinder von Beschäftigten aus dem Gesundheitsbereich, die arbeitsbedingt Kontakt mit Infizierten haben, betreut werden?

Ja. Für im medizinischen und pflegerischen Bereich Tätige sind Kontakte mit infizierten Patienten im Rahmen ihrer Berufsausübung unvermeidlich. Hier kann davon ausgegangen werden, dass durch Arbeitgeber und Beschäftigte selbst die notwendigen Maßnahmen des Infektionsschutzes sichergestellt werden.

Muss ein Kind weiter betreut werden, wenn ein Elternteil positiv auf Covid-19 getestet wurde?

Nein.

Muss in der Bring- und Abholsituation eine Schutzmaske getragen werden?

Ja, von allen Erwachsenen muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Darf eine Eingewöhnung ab 1. August stattfinden?

Ja, eine Eingewöhnungsphase darf zum Vertragsbeginn gemäß den allgemeinen Maßgaben zum eingeschränkten Regelbetrieb, also unter nach der Eingewöhnung reduzierter Stundenzahl und unter Einhaltung der Hygieneregelungen, stattfinden.

Eine Kindertagespflegeperson würde lieber im Haushalt der Eltern des Kindes betreuen, um die Gefahr einer Ansteckung ihrer eigenen Familie zu minimieren. Ist dies möglich?

Ja, mit dem Einverständnis der Eltern ist die Betreuung des Kindes im Haushalt der Eltern möglich. Sollte die Kindertagespflegeperson Kinder aus mehreren Familien betreuen, ist eine generelle Verlegung des Kindertagespflegeangebotes in den Haushalt einer der Familien nicht möglich.

Wird eine Kindertagespflegeperson weiter finanziert, wenn sie oder eine in häuslicher Gemeinschaft lebende Person zu den Personengruppen gehört, die nach RKI-Empfehlungen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben und sie deshalb die Betreuung von Kindern nicht mehr wahrnimmt?

Seit dem 13. Mai ist nach den Empfehlungen des RKI eine generelle Festlegung zur Einstufung in eine Risikogruppe nicht (mehr) möglich. Vielmehr hält das RKI eine individuelle Risikofaktoren-Bewertung, im Sinne einer (arbeits-)medizinischen Begutachtung für erforderlich. Das MKFFI hat seine Empfehlungen und Hinweise immer an den Vorgaben des RKI orientiert und wird dies auch weiterhin tun. Dementsprechend wurden die Empfehlungen überarbeitet. Um das wichtige Betreuungsangebot der Kindertagespflege langfristig vorhalten zu können, empfiehlt das MKFFI grundsätzlich die vollumfängliche Weiterfinanzierung unabhängig von der konkreten Inanspruchnahme. Wenn und soweit das Kindertagespflegeangebot jedoch auch im nächsten Kindergartenjahr nach einer individuellen Risikofaktoren-Bewertung nicht mehr zur Verfügung steht, kann die Weiterfinanzierung spätestens zum 1.8.2020 eingestellt werden. Da kein generelles Beschäftigungsverbot besteht, sind einvernehmliche und eigenverantwortliche Entscheidungen von Trägern bzw. Kindertagespflegepersonen vor Ort zur Fortsetzung des Angebotes möglich. Auch bei dieser einvernehmlichen und eigenverantwortlichen Entscheidung sollten aber immer die RKI-Empfehlungen in die Abwägung miteinbezogen werden.

Wenn selbständig tätige Kindertagespflegepersonen in Quarantäne müssen, werden diese Kindertagespflegepersonen weiter vom Jugendamt bezahlt, das heißt, bekommen sie weiter die Geldleistung so, als ob sie wie sonst die Kinder betreuen würden?

Selbständig tätige Kindertagespflegepersonen in Quarantäne haben einen Anspruch auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Der Anspruch besteht im Zusammenhang mit einer durch eine zuständige Behörde (Gesundheitsamt oder Ordnungsamt) ausgesprochenen Quarantäne bzw. einem Tätigkeitsverbot. Selbstständige wenden sich mit dem Antrag nach dem IfSG direkt an den zuständigen Landschaftsverband. Weitere Informationen sind auf den Internetseiten des Landschaftsverbands Rheinland und Westfalen-Lippe zu finden (www.lvr.de / www.lwl.de).

Fragen zur Härtefallregelung

Was sind besondere Härtefälle?

Besondere Härtefälle sind solche Einzelfälle, in denen durch die Einschränkungen des Regelbetriebes eine besondere Härte für Eltern oder Kinder entsteht, die sich durch außergewöhnliche, schwerwiegende und atypische Umstände objektiv von allgemein entstehenden Härten abhebt.

Wer entscheidet, ob ein besonderer Härtefall vorliegt?

Die Entscheidung im Einzelfall obliegt ausschließlich dem Jugendamt. Die Entscheidungen werden also weder vom MKFFI noch von den Landesjugendämtern getroffen.

Eine Anleitung, wie ein Härtefall beantragt werden kann, finden Sie hier.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Ihre Fachberaterin/ Ihren Fachberater.

 
 
 
05.06.2020 ++ Aktualisierte FAQs eingeschränkter Regelbetrieb ++ FAQ Betretungsverbot

Das NRW-Familienministerium hat aktualisierte FAQs herausgegeben.

Zwei Fragen und Antworten greifen wir heraus:

  1. Nicht alle Kinder werden in die Betreuung zurückkehren, da manche Eltern Sorge um die Ansteckung ihrer Kinder haben. Was bedeutet das für die Finanzierung der Kindertagesbetreuungsangebote? Die Finanzierung der Kindertagesbetreuungsangebote wird weiterhin von Land und Kommunen sichergestellt und insoweit unabhängig von der Inanspruchnahme gewährt. In den Monaten Juni und Juli müssen die Eltern jeweils nur die Hälfte ihres regulären Elternbeitrags aufbringen. Den Einnahmeausfall übernehmen das Land und die Kommunen je zur Hälfte.
  2. Wird es eine Regelung zu einem reduzierten Elternbeitrag seitens des Landes geben, da Eltern nur eine reduzierte Betreuung in Anspruch nehmen können? In den Monaten Juni und Juli müssen die Eltern jeweils nur die Hälfte ihres regulären Elternbeitrags aufbringen. Den Einnahmeausfall übernehmen das Land und die Kommunen je zur Hälfte.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Ihre Fachberaterin/ Ihren Fachberater.

 

 

28.05.2020 ++ Handreichung für die Kindertagesbetreuung gültig ab 8. Juni ++
  • Alle Kinder haben grundsätzlich wieder einen Anspruch auf Bildung, Betreuung und Erziehung in einem Angebot der Kindertagesbetreuung. In dieser neuen Stufe ist eine Bevorzugung einzelner Personengruppen nicht mehr vorgesehen
  • Gruppensettings in der Kindertagespflege: Die Betreuung darf nur im Rahmen der erteilten Erlaubnis zur Kindertagespflege nach § 43 Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) erfolgen und die Grenze der Betreuung liegt bei fünf fremden Kindern gleichzeitig je Kindertagespflegeperson
  • In der Großtagespflege dürfen insgesamt nicht mehr als neun Kinder betreut werden. Nach Möglichkeit sollte eine räumliche Trennung der Kindertagespflegepersonen mit den ihr zugeordneten Kindern für die gesamte tägliche Betreuungszeit eingehalten werden. 
  • Eine Eingewöhnungsphase darf stattfinden. Dies gilt auch für Fälle einer erneuten Eingewöhnung für Kinder, die in den vergangenen Wochen nicht betreut wurden, sofern dies aus pädagogischen Gründen erforderlich ist. In diesen Fällen darf ein Elternteil ggf. auch abwechselnd die Eingewöhnung begleiten.
  • Das Abstandsgebot zwischen dem pädagogischen Personal und den Eltern ist grundsätzlich einzuhalten. Zum Einsatz von Schutzmasken wird auf Kapitel 4.5 verwiesen.
  • Kinder dürfen generell nicht betreut werden, wenn sie Krankheitssymptome aufweisen. Die Art und Ausprägung der Krankheitssymptome sind dabei unerheblich. Die Eltern erklären einmalig schriftlich, dass sie ihre Kinder nur bringen, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind. Hierzu kann die Eigenerklärung Gesundheit genutzt werden.
  • Das Abstandsgebot kann mit den Kindern nicht eingehalten werden. Mit Eltern und in Großtagespflegestellen sollte es eingehalten werden, was in Bring- und Abholsituationen pädagogisch nicht immer möglich sein wird.
  • Alle Kindertageseinrichtungen und einige Kindertagespflegestellen verfügen bereits über einen Hygieneplan. In diesem sind Verfahrensweisen zur Einhaltung der Infektionshygiene festgelegt. Die dort festgelegten Maßnahmen sind auch gegen SARSCoV-2 wirksam. 

Zur Orientierung sind dieser Handreichung als Anlage 1 und 2 beigefügt:

  1. der Rahmen-Hygieneplan für Kinder- und Jugendeinrichtungen
  2. der Muster-Reinigungs- und Desinfektionsplan für Kinder- und Jugendeinrichtungen, die jeweils vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt sind.

In den Handreichungen befinden sich Hinweise zur Hygieneeinhaltung beim Schlafen, Mittagessen und anderen Alltagssituationen:

  • eine Schutzmaske muss getragen werden, 
  • in der Bring- und Abholsituation von allen Erwachsenen, im Umgang mit anderen Erwachsenen immer dann, wenn der Abstand von 1,5 Metern im Kontakt nicht einzuhalten ist.
  • Es ist sicherzustellen, dass eine Rückverfolgbarkeit von möglicherweise eintretendem Infektionsgeschehen gegeben ist. Dazu ist eine tägliche Dokumentation der Zusammensetzung der gebildeten Gruppensettings zu erstellen (Namen der Kinder und des betreuenden Personals). Die Anwesenheit Externer ist zu dokumentieren. Die Anwesenheit von Eltern in der Bring- und Abholsituation ist nicht zu dokumentieren. Die Dokumentation sollte bis auf Weiteres aufbewahrt werden.
Die Arbeitsschutz-Hotline für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege ist unter der Telefonnummer 0800 589 2803 wie folgt zu erreichen:

Im Zeitraum vom 26.05.2020 bis 12.06.2020 an jedem Arbeitstag der Woche (mit Ausnahmen von Feiertagen) in der Zeit von 08:30 Uhr bis 15:30 Uhr und 

im Zeitraum vom 15.06.2020 bis 17.07.2020 montags, mittwochs und freitags (mit Ausnahmen von Feiertagen) in der Zeit von 08:30 Uhr bis 12:30 Uhr.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Ihre Fachberaterin/ ihren Fachberater. Wir suchen mit Ihnen nach einer Lösung und stimmen uns bei Bedarf mit dem Jugendamt ab.